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Sonntagsgedanken zum 28. Februar 2021

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. (Röm 5, 8)

Bild: Kirche

27.02.2021

Ihr Lieben,

es gibt 10.000 Grün­de, Gott zu lo­ben, sin­gen Ka­ro und Bern­hard im Lied „10.000 re­a­son­s“ (un­ten fin­det ihr den link). 10.000 Grün­de - als ers­tes ha­be ich schö­ne Bil­der vor Au­gen ge­habt: die Kro­kus­se, die jetzt im Kirch­gar­ten sprie­ßen, Schnee­glöck­chen, Son­nen­schein, der sich auf Was­ser spie­gelt, Früh­lings­luft, die warm über mein Ge­sicht zieht. Kin­der, die am Bach spie­len, ein Hund, ren­nend auf der Wie­se, ein Rot­kehl­chen vor mei­nem Fens­ter. Und so gibts im Vi­deo zum Lied auch et­li­che schö­ne Bil­der vom Rhein. Was­ser, das ans Ufer schwappt, En­ten, die nach Fut­ter su­chen, das Wall­ufer Schwä­ne­paar, Son­nen­auf­gang am Rhein. Nun wis­sen al­le, die auf Wall­ufer Sei­te schon mal am Rhein spa­zie­ren wa­ren, dass nicht al­les su­per idyl­lisch ist. Die Fa­brik auf Bu­den­hei­mer Sei­te ver­sprüht nur we­nig Charme und die ver­ros­ten­den Käh­ne am Ufer sind jetzt auch eher für In­dus­trie-Schrott-Samm­ler in­ter­es­sant. Und doch pas­sen die­se Bil­der zum Lied. 10.000 Grün­de, Gott zu lo­ben - der Wo­chen­spruch aus dem Rö­mer­brief nennt den Ge­wich­tigs­ten: Gott er­weist sei­ne Lie­be zu uns dar­in, dass Chris­tus für uns ge­stor­ben ist, als wir noch Sün­der wa­ren. Auch wir sind nicht rund­um per­fekt und idyl­lisch und schön. Wir tra­gen Nar­ben und Fal­ten an un­se­rem Leib und im In­nern fin­det sich manch un­auf­ge­räum­te Ecke vol­ler Spinn­we­ben-Ge­dan­ken, manch Win­kel mit ver­ros­te­ten Ge­füh­len und dunk­le Höh­len, in die man kei­nen Schritt wagt. Nach drau­ßen zei­gen wir da­von oft we­nig, viel­leicht gar nichts. Und auch uns selbst las­sen wir oft ge­nug kei­nen Blick in die ver­staub­ten und fins­te­ren Ecken un­se­rer See­le wer­fen, la­den nur ab und an et­was dar­in ab: ein Scham­ge­fühl, ein un­an­ge­neh­mer Ge­dan­ke, Schuld, die wir auf uns ge­la­den ha­ben, Neid, der sich in Ag­gres­si­on äu­ßert, Wut, die in Ge­walt um­schla­gen möch­te.

Wir sind all­zu­mal Sün­der, sagt der Apos­tel Pau­lus. Egal, wie wir uns mü­hen, wir wer­den nie al­les rich­tig ma­chen. Auch an un­se­rem Ufer gibt es In­dus­trie­schrott und qual­men­de Fa­bri­ken. Und doch ist da Ei­ner, der uns kennt, mit al­lem, was uns selbst un­an­ge­nehm und pein­lich ist und der uns trotz­dem lieb­hat. Kirch­li­cher Stan­dard­satz - und trotz­dem: wenn man die­sen Ge­dan­ken mal so rich­tig an sich ran­lässt, dann ist es ge­ra­de­zu un­glaub­lich. Schlie­ß­lich ist es ja schon im­mer wie­der un­fass­bar schwie­rig, sich selbst zu lie­ben mit al­lem, was man so an und in sich trägt. Und dass es da je­man­den gibt, der das zu­sagt und ver­spricht - un­vor­stell­bar ei­gent­lich. Gott zeigt sei­ne Lie­be dar­in, dass Chris­tus für uns ge­stor­ben ist und das nicht, wenn wir per­fekt und hoch­glanz­po­liert sind, son­dern ein­fach so - auch das un­vor­stell­bar. Und doch ist der Apos­tel Pau­lus sich da­bei zu 10.000 Pro­zent si­cher. Manch­mal spü­ren wir das: dass da Ei­ner ist, der uns lieb­hat, ganz oh­ne Be­din­gun­gen. Wenn die Wel­len ans Ufer plät­schern und die Son­ne das Ge­sicht be­scheint und für ei­nen Mo­ment sind al­le Sor­gen ganz weit weg. Wenn man mor­gens ei­ne lie­be­vol­le Whats­App auf dem Han­dy fin­det: hei, hab ei­nen schö­nen Tag! Wenn man mit­ein­an­der un­ter Bäu­men sitzt und Kaf­fee trinkt und re­det und lacht. #got­tist­da.

Und wenn wir uns ge­liebt füh­len, dann kön­nen wir da­von auch was wei­ter­ge­ben. Ku­chen mit­brin­gen. Aus dem ei­ge­nen Le­ben er­zäh­len. Ei­ne Whats­App schi­cken. Je­man­den zum Spa­zie­ren­ge­hen ab­ho­len. La­chen. Mit­ein­an­der, über sich. Der gro­ße Theo­lo­ge Karl Barth hat ge­sagt: „Ich weiß wirk­lich auch: wir selbst sind ja im­mer wie­der ganz un­er­freu­li­che Ge­sel­len. Aber in­dem ein gu­ter Christ wie­der­um nicht sich selbst dient, son­dern Ihm, dem Va­ter Je­su Chris­ti, darf er ver­gnügt und hoff­nungs­voll auf sei­ne auf al­le Fäl­le von Gott ge­lieb­ten Mit­men­schen und so­gar auf sich selbst bli­cken, darf er trotz al­lem von Her­zen la­chen und so­gar über sich selbst la­chen.“

Amen


Bleibt behütet, bleibt gesund, Eure Pfarrerin Bettina Friehmelt



P.S. Die nächsten Sonntagsgedanken kommen am 27. Feburar 2021 zu euch.


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Weltgebetstag 2021

Nochmal die Einladung zum Weltgebetstag. Über BibelTV und unter www.weltgebetstag.de am Freitag, 5. März um 19 Uhr kann man ihn mitfeiern.

Gottesdienst am Sonntag

ist tatsächlich so ganz live und in Farbe draussen im Garten. Aber Achtung: wir starten erst um 11 Uhr. Vorher isses zu kalt. Und für die, die schnell frösteln, ist es sicherlich hilfreich, eine warme Decke mitzubringen!


 

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