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Sonntagsgedanken zu Rogate

elobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet! (Ps 66,20)

Bild: Kirche

08.05.2021

Ihr Lieben,

was für ei­ne Zu­ver­sicht! Und ziem­lich viel Ver­trau­en. Mich er­in­nert der Vers an Je­su Wor­te in der Berg­pre­digt. „Bit­tet, so wird euch ge­ge­ben; su­chet, so wer­det ihr fin­den; klop­fet an, so wird euch auf­ge­tan. Denn wer da bit­tet, der emp­fängt; und wer da sucht, der fin­det; und wer da an­klopft, dem wird auf­ge­tan.“ Es klingt ganz ein­fach – ich be­te und Gott re­agiert. So funk­tio­niert es lei­der nur in den sel­tens­ten Fäl­len. Gott als Wunsch­ma­schi­ne – ein biss­chen wie der Fla­schen­geist oder die gu­te Fee mit den drei Wün­schen, nur oh­ne Be­gren­zung der Wunsch­zahl?! Ir­gend­wie ist das mit dem Be­ten an­ders. Ich be­te und be­te, in­brüns­tig, kla­gend oder dank­bar, mit Zorn oder vol­ler Hoff­nung und hal­te all das, was mich be­schäf­tigt, Gott hin. Ich spre­che mit Gott über die Din­ge, die mich be­we­gen, die so drin­gend ge­än­dert wer­den müs­sen oder ge­ra­de so blei­ben sol­len, wie sie sind – und trotz­dem ver­zweif­le ich da­nach wie­der über den Nach­rich­ten. Ge­fühlt hat sich nichts ge­än­dert. Auch das hal­te ich Gott dann mit­un­ter wie­der vor.

Wenn ich be­te, spü­re ich mei­ne Be­zie­hung zu Gott – ich spre­che mit Gott über das, was mich be­schäf­tigt, ver­traue mich an und rech­ne da­mit, dass Gott ein­greift. Wenn ich zu­rück­bli­cke, kann ich an man­chen Punk­ten im Nach­hin­ein er­ken­nen, wo Gott ge­wirkt hat – an Weg­ga­be­lun­gen und -kreu­zun­gen, die ich in dem Mo­ment nicht er­kannt ha­be. Je­sus ver­hei­ßt mir, dass mir ge­ge­ben wird, wenn ich bit­te – aber nicht, dass mir ge­nau das ge­ge­ben wird, wor­um ich bit­te. Wel­che Tür sich öff­net beim An­klop­fen, weiß ich nicht. Und wor­über ich beim Su­chen letzt­end­lich stol­pe­re, kann über­ra­schend sein.

Be­ten hei­ßt für mich, mit Gott in Kon­takt zu sein. Die­ser Kon­takt und das Re­den mit Gott kann da­bei ganz viel­fäl­tig sein – in der Kir­che beim Ker­ze an­zün­den, beim ge­dan­ken­ver­lo­re­nen Spa­zier­gang am Rhein oder durch die Wein­ber­ge, als Sto­ß­ge­bet oder lau­tes Dan­ke un­ter der Du­sche, abends am Bett oder als klei­nes Schmun­zeln über zu­fäl­lig Ge­fun­de­nes.

Viel­leicht magst du mit Gott schau­en, wo Gott in dei­nem Le­ben bis­her ge­wirkt hat. Was Gott dir ge­ge­ben hat, wel­che Tür sich ge­öff­net hat oder über wel­ches Fund­stück du beim Su­chen stol­pern kannst. Ei­ne Art für ein sol­ches Ge­bet ist das „Ge­bet der lie­ben­den Auf­merk­sam­keit“. Du fin­dest es on­line un­ter: https://you­tu.be/Q7HZ_Bdt­We8 Mach es dir be­quem, schlie­ße dei­ne Au­gen, ge­he mit Gott durch das, was du an dem Tag er­lebt hast und nimm es mit Got­tes lie­be­vol­lem Blick er­neut wahr.

Ei­ne an­de­re Form ist das Ge­bet „Sta­tio­nen auf dem We­g“. In der Bi­bel le­sen wir un­zäh­li­ge Ge­schich­ten von Men­schen, die mit Gott un­ter­wegs wa­ren – Abra­ham und Sa­rah, Ruth und Noo­mi, die Jün­ger:in­nen, … Wie sah dein Weg mit Gott bis­her aus? Nimm dir ein Blatt Pa­pier und ei­nen Stift – oder ei­ne ganz bun­te Aus­wahl, wenn du dei­nen Weg far­big ge­stal­ten willst.

Su­che dir ei­nen ru­hi­gen Ort, an dem du be­quem sit­zen kannst. Viel­leicht magst du ei­ne Ker­ze an­zün­den als Zei­chen, dass Gott da ist. Komm an dei­nem Ort an und la­de Gott ganz be­wusst ein, jetzt bei dir zu sein. Nimm dir ru­hig Zeit, um ganz an­zu­kom­men. At­me tief ein und aus und spü­re dei­nem Atem nach.

Wenn du das Ge­fühl hast, ganz da zu sein, bit­te Gott, mit dir ge­mein­sam auf eu­ren ge­mein­sa­men Weg zu­rück­zu­bli­cken. Blei­be min­des­tens 15 Mi­nu­ten in dem Rück­blick mit Gott und bei den Fra­gen – manch­mal er­kennt man Got­tes Wir­ken nur lang­sam.

Wo er­kennst du Gott in dei­nem Le­ben?
An wel­chen Ent­schei­dungs­punk­ten war Gott da?
Was wur­de dir ge­ge­ben in dei­nem Le­ben?
Wel­che Tür hat sich dir un­er­war­tet ge­öff­net?
Was hast du ge­fun­den, als du auf der Su­che nach et­was ganz an­de­rem warst?
Wo warst du vol­ler Gott­ver­trau­en und wann fühl­test du dich ganz gott­ver­las­sen?

Schnapp dir nun dei­nen Zet­tel und Stift und zeich­ne dei­nen Weg mit Gott. Ist der Weg eher ge­ra­de oder ganz ver­schlun­gen?
Wor­an führ­te er vor­bei? Wo wa­ren eher Zei­ten, in de­nen du dich gott­ver­las­sen ge­fühlt hast und wann ging es dir wie dem Be­ter aus dem Wo­chen­spruch?

Wenn du fer­tig bist, be­en­de die Zeit mit Wor­ten der Dank­bar­keit für Got­tes Nä­he.

Amen


Bleibt behütet, bleibt gesund, Eure Pfarrerin Bettina Friehmelt



P.S. Die nächsten Sonntagsgedanken kommen am 14.05.2021 zu euch.


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