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Sommerferiengedanken

Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem HERRN, denn er kommt, um die Erde zu richten. (1. Chronik 16,33)

Bild: Kirche

29.07.2022

Ihr Lieben,

end­lich Som­mer­fe­ri­en. Grund zu ju­beln, wie es der Mo­nats­spruch den Bäu­men ans Herz legt. Ju­beln, denn da ist Zeit zum Durch­at­men, viel­leicht zum Rei­sen, mehr Zeit zum Ge­spräch, we­ni­ger Het­ze, Zeit, ein Buch zu le­sen, Mu­sik zu hö­ren, ein biss­chen fährt ja das gan­ze Land run­ter, ganz egal, ob man weg­fährt oder nicht, man spürt et­was da­von.

Ju­beln sol­len die Bäu­me des Wal­des - ein Vers, der mich be­rührt. Welch wun­der­ba­res Bild. Selbst die Bäu­me ju­beln. Nicht, weil Som­mer­fe­ri­en sind, son­dern weil Gott kommt. Er kommt und die Er­de at­met auf. Klar al­so, dass Baum und Busch und Bor­ke, dass Vo­gel und Fisch und al­le Tie­re ju­beln, weil end­lich al­les gut wird. Ein Som­mer­fe­ri­en­vers, wie pas­send.

Und dann schaue ich Nach­rich­ten und se­he Wald­brän­de über­all. Ich schaue in den Gar­ten und se­he dür­ren Ra­sen, wel­ke Blät­ter und der Re­gen währt nur ei­ne Se­kun­de. Das Land ist tro­cken und auch, wenn al­les noch grün aus­sieht, ist doch hier schon viel Wüs­te. Und wie­viel mehr auf die­ser wei­ten Er­de. Und so kriegt der Vers für Au­gust ei­ne ganz an­de­re Be­deu­tung.

Ja, die Bäu­me wer­den ju­beln, wenn Gott kommt, denn er kommt, um zu rich­ten. Er kommt, um zu se­hen, was wir an­ge­rich­tet ha­ben, wir Men­schen. Er­schre­ckend ist es. Und das gan­ze Ge­gen­teil von Fe­ri­en­stim­mung. Die Bäu­me wer­den ju­beln, denn sie wer­den nicht mehr bren­nen, son­dern an Got­tes Was­ser­bä­chen wach­sen und Frucht brin­gen.

Es ist gut, dass Som­mer­fe­ri­en sind. Zeit auch, um mal die Welt-Pro­ble­me für Mo­men­te oder gar Ta­ge zu ver­ges­sen. Aber es ist auch gut, be­wusst die­se Fe­ri­en­ta­ge zu be­ge­hen. Be­wusst an­ders zu le­ben als sonst viel­leicht. Da­mit ir­gend­wann die Bäu­me wie­der ju­beln kön­nen. Und nicht erst dann, wenn Gott kommt, die Er­de zu rich­ten.

Was da­zu ge­hört? Wir wis­sen es al­le. Kei­ne Not, hier ei­ne Lis­te auf­zu­schrei­ben. Wir wis­sen al­le, was es bräuch­te, da­mit die Er­de auf­at­met und nicht mehr klagt und seufzt. Viel­leicht fan­ge ich ein­fach da­mit an. Heu­te. Und nicht erst über­mor­gen. Denn „über­mor­gen ist drei Gra­d“, so Bernd Ul­rich im ak­tu­el­len Zeit­Ma­ga­zin. Und wer weiß, wie es dann, über­mor­gen, über­haupt noch mit Bäu­men aus­sieht.

Ob ihr in die Fe­ri­en fahrt oder nicht - ich wün­sche euch ge­seg­ne­te Ta­ge, mit Ju­beln und mit Kri­sen-Pau­sen, mit Zeit am Fäss­chen oder am Rhein, mit Freu­de über Re­gen und auch mit Zeit, an­zu­fan­gen, da­mit Bäu­me und Blu­men und Tie­re ju­beln kön­nen. Und wir Men­schen. Denn nur wenn sie ju­beln, kön­nen wir es letzt­lich auch.

Amen


Bleibt behütet, bleibt gesund, Eure Pfarrerin Bettina Friehmelt


 

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