Auf ein Wort

Lie­be Le­se­rin­nen und Le­ser,
 
»Ab­schied und Neu­be­ginn« ha­ben wir die­sen Ge­mein­de­brief ge­nannt. Wir neh­men Ab­schied von drei Men­schen, die nicht mehr für den Kir­chen­vor­stand kan­di­die­ren wer­den - wir be­gin­nen mit dem neu ge­wähl­ten Gre­mi­um die Ar­beit im Sep­tem­ber. In die­sem Ge­mein­de­brief wer­den die Kan­di­dat:in­nen vor­ge­stellt und den Drei ge­dankt, die in der ver­gan­ge­nen Le­gis­la­tur­pe­ri­ode mit ih­rer Zeit, Krea - ti­vi­tät und En­er­gie die Hei­lands­ge­mein­de im Kir­chen­vor­stand mit ge­stal­tet ha­ben. Sie ge­hen uns nicht ver­lo­ren – zum Glück – sie wer­den auf an­de­re Wei­se die Kir­chen­ge­mein­de ge­stal­ten und auf ih­re Wei­se ver­schö­nern.
 
Im­mer wie­der, im­mer noch neh­men wir Ab­schied von Alt­ver­trau­tem: den Got­tes­diens­ten in der Kir­che, dem ge­mein­sa­men Sin­gen, Fes­ten und Kir­chen­kaf­fee und vie­lem mehr. Und wir freu­en uns gleich­zei­tig über das vie­le Neue, das wächst und das Herz er­freut: ei­ne Os­ter­nacht mit En­geln drau­ßen, vie­len Men­schen, die mu­si­zie­ren, von Gi­tar­re bis Po­sau­ne, die Got­tes­diens­te in Got­tes Zoom-Raum mit Ge­sprä­chen, mit Für­bit­ten im Chat und Abend­mahl – di­gi­tal, je­de:r an ih­rem Bild­schirm und doch mit­ein­an­der ver­bun­den. Wir ha­ben in den letz­ten Mo­na­ten En­gel in Wal­luf ge­fun­den und über Zoom Gym­nas­tik ge­macht, das Ge­mein­de­haus wird zum Spiel­pa­ra­dies für Fa­mi­li­en und der Gar­ten im­mer neu ein ge­lieb­ter und viel­fäl­tig ge­nutz­ter Raum.
 
Wir müs­sen Ab­schied neh­men auch von Men­schen, die wir lieb hat­ten, die un­se­ren Le­bens­weg be­rei­chert ha­ben - weil der Tod sie uns ent­reisst, weil sich un­se­re We­ge tren­nen, auch weil Streit und un­er­bitt­li­che Mei­nun­gen zwi­schen uns ste­hen. Für die Men­schen, die wir ver­lo­ren ha­ben, die wir zu Gra­be tra­gen muss­ten, steht seit ei­nem Jahr ein Kreuz aus Schwemm­holz vor der Kir­che, das die Na­men der Ver­stor­be­nen trägt. Zu Os­tern ha­ben gro­ße und klei­ne Men­schen bun­te Bän­der dar­an ge­knüpft. Sie sind ein Zei­chen da­für, dass Gott da ist auch in den schwe­ren Stun­den und dass – trotz al­lem – das Le­ben und die Lie­be sie­gen.
 
Dass wir das im­mer wie­der er­fah­ren: dass auch in fins­te­ren Zei­ten Got­tes Licht scheint und dass selbst aus dem Tod neu­es Le­ben wach­sen kann, das wün­sche ich Euch. Bleibt be­hü­tet, bleibt ge­sund,
 
Eure Pfarrerin Bettina Friehmelt

Pfrn. Friehmelt

Autor
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Bettina Friehmelt

Vor 500 Jah­ren hat Mar­tin Lu­ther sei­ne The­sen an die Kir­chen­tür der Wit­ten­ber­ger Schloss­kir­che ge­na­gelt, so wird be­rich­tet. Kaum ei­ne Jah­res­lo­sung könn­te im Ju­bi­lä­ums­jahr pas­sen­der sein: „Ich schen­ke euch ein neu­es Herz und le­ge ei­nen neu­en Geist in euch.“(Ez 36,26).


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